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2002 Schweizer Armee verstärkt Objektschutz: mit UewSys

 

Die Securiton AG ist neuer offizieller Zulieferer der Schweizer Armee geworden. Innerhalb der nächsten drei Jahre wird sie der Armee acht der «UewSyst» genannten Überwachungssysteme für den Objektschutz ausliefern. Der entsprechende Beschaffungsvertrag ist in Bern zwischen der Gruppe Rüstung des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und dem Verwaltungsrat der Securiton AG unterzeichnet worden.

UewSyst ist die von der Securiton zusammen mit der Armee, d. h. mit der Gruppe Rüstung (GR) und mit dem Bundesamt für Kampftruppen (BA.KT) entwickelte Lösung auf Forderungen hinsichtlich anspruchsvoller, moderner Überwachungssysteme, wie sie in der Botschaft des Bundesrates für das Rüstungsprogramm 2001 niedergeschrieben und in der Folge wiedergegeben sind:

Geforderte Eigenschaften

Die Überwachungssysteme für den Objektschutz unterstützen und entlasten die Truppe bei der Sicherung und Bewachung von Objekten. Dabei handelt es sich um modulare und mobile Systeme. Sie bestehen aus Auswerte- und Alarmierungszentralen sowie Personenkontrolleinheiten, Detektoren und Videokameras. Die Systeme sind allwettertauglich, autonom betreibbar und eignen sich sowohl für den Tages- als auch für den Nachteinsatz. Sie erlauben die Überwachung eines Gebietes von rund 600 Metern Umfang, der beim Einsatz von zusätzlichen Modulen und bei Koppelung von zwei Systemen auf rund 2800 Meter vergrössert werden kann. Somit wird es möglich, Tätigkeiten und Veränderungen in einer definierten Sicherheitszone permanent zu beobachten und bei einer Bedrohung unmittelbar, zielgerichtet und verhältnismässig zu reagieren.
Die Überwachungssysteme für den Objektschutz werden das Einsatzspektrum der infanteriestarken Formationen bei unterstützenden Einsätzen der Existenzsicherung wesentlich verbessern. Damit sind sie ein wichtiger Exponent der Verlagerung des Einsatzspektrums der Armee in Konfliktformen unterhalb der Kriegsschwelle.

Tests bestanden: UewSyst wird Grossprojekt

Den in der Botschaft des Bundesrates aufgeführten Anforderungen entspricht das UewSyst in allen Punkten. Das hat sich in Truppenversuchen bestätigt und zeigt sich auch im praktischen Einsatz. Dieser spielt sich seit fast zwei Jahren schon im Kosovo ab, wo Swisscoy-Soldaten mit einer Pilotanlage des UewSyst die Sicherung des Camps Suva Reka erfolgreich vornehmen.

Nicht zuletzt aufgrund dieser bestandenen Bewährungsproben kann nun die Securiton AG acht ihrer UewSyst zusammen mit einem Ausbildungssystem im Gesamtwert von 62 Millionen Franken der Schweizer Armee ausliefern. Der entsprechende Beschaffungsvertrag ist in Bern zwischen der Gruppe Rüstung des Departements für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport (VBS) und dem durch Samuel Spreng und Hans Winzenried vertretenen Verwaltungsrat der Securiton AG unterzeichnet worden.

Anfang März dieses Jahres ist das 10-köpfige UewSyst-Team von Zollikofen an seinen neuen Standort in Münchenbuchsee disloziert. Es wird sich nun an die Umsetzung des mit der Vertragsunterzeichnung lancierten Grossprojekts machen. Der Zeitplan sieht vor, dass die Überwachungssysteme ab 2004 in der Armee XXI eingeführt werden.

Der modulare Aufbau macht das UewSyst mobil und flexibel

Das UewSyst besteht aus vier normierten Containern. Dadurch lässt es sich in seiner Gesamtheit einfach transportieren. Zwei dieser Container sind zu festen Modulen ausgebaut worden; zum Überwachungszentrale- und Personenkontrollmodul. Video- und Streckenüberwachung bilden die zwei anderen Module. Deren Komponenten werden für den Transport im dritten und vierten Container untergebracht. Durch den einfach zu realisierenden Aufbau und Einsatz weiterer Module kann man das UewSyst einem anderen oder grösseren Gelände, aber auch veränderten Sicherheitsanforderungen anpassen, was seine hohe Flexibilität unterstreicht.

So sehen die vier UewSyst-Module im Detail aus:

Überwachungszentralemodul (UZM)

Sämtliche im UewSyst eingesetzten Detektoren übermitteln ihre Signale/ Alarme an die im Überwachungszentrale-Container (UZC) installierte Zentralsteuereinheit, die aus einem Sicherheitsleitsystem (SLS), einer speicherprogrammierbaren Steuerung (SPS) sowie aus Bildspeicherungs-, Bedien­ und Anzeigegeräten besteht. Über diese Geräte wertet die Wachmannschaft die eingegangenen Alarme aus, verarbeitet sie und leitet gegebenenfalls eine Intervention ein. Zudem kann das Wachpersonal anhand der Videobilder, die es von den entsprechenden Kameras erhält, die Umgebung permanent beobachten.

Videoüberwachungsmodul (KAM)

Mit den Überwachungs- und Beobachtungskameras des KAM werden die Bewegungen im Gelände rund um die innere Schutzzone erfasst und aufgezeichnet. Die Kameras (Beobachtung) lassen sich mittels Fernsteuerung aus dem Überwachungszentrale-Container bedienen.

Sensormodul (SEM)

Im SEM werden mit Freifeld- und Zaunüberwachungssensoren die Bewegungen in den äusseren Schutzzonen detektiert und an den Überwachungszentrale-Container geleitet.

Personenkontrollmodul (PKM)

Mit dem PKM ist der kontrollierte Zugang in die Schutzzone gewährleistet. Im Personenkontroll-Container (PKC) kommen Metalldetektor, Videobilderkennung, Fingerscanner und Gepäckröntgenanlage zum Einsatz. In den ebenfalls vorhandenen Personenschleusen mit Wägeplattform wird die Vereinzelung des Zutritts in die innere Schutzzone gewährleistet.

Besserer Objektschutz dank UewSyst-Technik

Mit dem modular aufgebauten, elektronischen UewSyst lassen sich personalintensive militärische Überwachungstätigkeiten in erheblichem Masse der Technik anvertrauen. Somit kann die Truppe ihre aktiven Schutzmassnahmen bei Anlagen, Botschafts- und anderen wichtigen Gebäuden, für deren Sicherheit sie verantwortlich ist, qualitativ steigern.

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