
Kunst ist wertvoll, insbesondere wenn der Künstler Paul Klee heisst. Die Sicherheit ist deshalb bei der Konzeptionierung des neuen Zentrum Paul Klee in Bern ein sehr wichtiges Thema gewesen. Mit Hilfe von Securiton und Securitas sind die Bilder des berühmten Malers ohne Probleme in die neue Ausstellungsstätte überführt worden. Und damit die Sicherheit für die Kunst, das Publikum und das Personal auch in Zukunft gewährleistet ist, hat Securiton ein umfangreiches Sicherheitssystem eingerichtet.
Die Stadt Bern hat das Bundeshaus, das Münster, den Gurten und neu nun auch das Zentrum Paul Klee. Das architektonisch markante Gebäude ist bereits lange vor der offiziellen Eröffnung zu einem Wahrzeichen geworden. Die drei grossen «Wellen» sind schon seit geraumer Zeit von der Autobahn A6 aus zu sehen. Das neuartige Museum soll aber nicht nur wegen seiner äusseren Erscheinung von sich reden machen, sondern auch wegen seinem Inhalt – der grössten Sammlung des weltberühmten Malers.
Schweizer Première beim Umzug
Die erste grosse Hürde für alle Beteiligten war der Umzug der Bilder ins neue Heim. Unter strenger Geheimhaltung und Polizeischutz wurde die umfangreiche Sammlung vom Kunstmuseum Bern in den Kulturgüterschutzraum des neuen Zentrums überführt. Diese bis jetzt schweizweit einzigartige Aktion wurde von den Verantwortlichen zwei Jahre lang vorbereitet. Der Umzug fand noch mitten in der Bauphase statt, was das Ganze zusätzlich erschwerte. Erhöhte Sicherheitsmassnahmen waren nötig, in welche auch die Securitas Gruppe involviert wurde. Nach Anstoss durch Securiton wurde das Planungsbüro der Securitas mit einbezogen: es sollte die nötigen Massnahmen koordinieren. So wurde innert kürzester Zeit eine autonome Einbruch- und Brandmelde-Anlage von der Securiton mit zusätzlicher Bewachung und Interventionsbereitschaft durch die Securitas realisiert. Die erste Hürde wurde ohne Probleme gemeistert. Rund 4000 Werke im Wert von mehreren hundert Millionen Franken wurden im für sie vorbereiteten Sicherheitsdepot zwischengelagert. Dort bleiben sie, bis sie ihren definitiven Standort in den Ausstellungen finden werden.
Sicherheitsansprüche im Konflikt
Mit dem Lagern der Bilder im Zentrum Paul Klee beginnt jedoch der nächste Schritt im Sicherheitsdispositiv. Am Tag der Eröffnung der Ausstellungsräume muss gewährleistet sein, dass die wertvollen Bilder, die Besucher und auch die Räumlichkeiten selber genügend vor Brand und Einbruch gesichert sind.
Um den Brandschutz zu gewährleisten, mussten zahlreiche Sondermassnahmen getroffen werden. Bedingt durch die aussergewöhnliche Architektur mussten sich die Planer immer wieder neuen Herausforderungen stellen. Die nötigen Brandschutzanforderungen sahen sich nämlich zum Teil mit den gewünschten Einbruchschutz-Massnahmen konfrontiert. Es mussten Konflikte, wie zum Beispiel zwischen Fluchtwegen und Einbruchschutz, abgewogen und gelöst werden. Weiter durften natürlich die Bedürfnisse für den Betrieb und dessen personelle Organisation nicht vergessen werden.
Theorie und Praxis
Für die Planer der Sicherheitsvorkehrungen war es darum von Anfang an wichtig, dass nicht nur die einzelnen Schutzmassnahmen für sich einwandfrei einsetzbar waren, sondern dass die Einzelsysteme alle als Ganzes und einheitliches Sicherheitssystem funktionierten. So wurde bewerkstelligt, dass die verschiedenen Systeme miteinander in Verbindung treten und im Endeffekt zu einem System vernetzt sind.
Securiton kann dabei aus langer Erfahrung und grossem Wissen schöpfen. Das im Zentrum Paul Klee eingerichtete Sicherheitssystem besteht aus einer Reihe von Securiton-Produktegruppen: aus der Securi ProÒ Einbruch- und Brandmeldeanlage, der Zutrittskontrollanlage Acces ProÒ, der Videoüberwachungsanlage und dem Sicherheitsleitsystem SLS ProÒ. Diese Sicherheitssysteme von Securiton stehen weiter im interaktiven Verbund mit mehreren Fremdsystemen wie zum Beispiel Entrauchungsanlage, Rettungswegtechnik sowie verschiedenen Haustechnik- und Kommunikationssystemen. Damit diese verschiedenen Schutzelementen zu einer Einheit werden, steht dem Sicherheitspersonal des Zentrum Paul Klee ein Sicherheitsleitsystem SLS ProÒ zur Verfügung. Mit diesem können die Verantwortlichen alle Sicherheitssysteme bedienen und auswerten.
Das Hoffen auf Nichteintreten
Im Falle des Zentrums Paul Klee ist in Sachen Sicherheit für jedes Ereignis ein unauffälliges Schutzsystem eingerichtet. Und wie es sich für ein Projekt dieser Grössenordnung gehört, wurde in der Planung und Errichtung des Museums immer darauf geachtet, dass man auf alles vorbereitet ist, unabhängig von der Tragweite. Und wie sehr es die Techniker auch interessieren mag, ob ihre Systeme im Ereignisfall auch einwandfrei funktionieren; keiner hofft, dass alle Systeme den Härtefall erleben müssen.
Eckdaten Sicherheitssysteme Zentrum Paul Klee
Einbruchmeldeanlage (EMA) Securi ProÒ: 950 Alarmgeber wie Türkontakte, Bewegungsmelder, Körperschallmikrofone, Alarmglas, Überfalltaster, Wassermelder, Laser-Scanner.
Brandmeldeanlage (BMA) Securi ProÒ: 530 Brand- und Handfeuermelder, 14 lineare Rauchmeldesysteme, Brandfallsteuerungen für Lifte, Türen, Entrauchung und Technik.
Zutrittskontrolle (ZUKO) Access ProÒ: 45 Badge-Leser zur Tür- und Liftsteuerung, 4 Biometrie-Iris-Leser im Hochsicherheitsbereich des Kulturgüterschutzes.
Videoüberwachung (CCTV): Komplett Digitales System mit 44 Kameras. Das Videoüberwachungskonzept basiert auf einem digitalen Netzwerk und sicherheitsrelevanten Steuerungen durch das Sicherheitsleitsystem.
Sicherheitsleitsystem (SLS): Anbindung sämtlicher Systeme mit verschiedenen spezifischen Verknüpfungen untereinander. Weiter wurden die Teilnehmervermittlungsanlage (TVA/DECT) und das Gebäudeleitsystem zur Übermittlung der internen Alarmmeldungen an das Sicherheitsleitsystem angebunden.
Zahlen und Fakten Zentrum Paul Klee
Das Gebäude hat eine überbaute Fläche von 15 800 m2. Von den gegen 10 000 Werken Paul Klees werden gut 4000 im Zentrum sein. Damit verfügt es über die weltweit bedeutendste Sammlung von Gemälden, Aquarellen und Zeichnungen Klees und zusätzlich über zahlreiche biografische Text- und Bilddokumente. Die zentrale Aufgabe des Zentrum Paul Klee ist es, die Werke Klees sowie dessen Bedeutung im kulturellen und gesellschaftlichen Zusammenhang seiner Zeit wissenschaftlich zu erschliessen und anschaulich zu vermitteln. Das Museum soll ein Erlebniszentrum werden, das ausser der Kunst auch Platz für Musik- und Theaterveranstaltungen bietet und als Stätte für Forschung und Symposien konzipiert ist. Im Jahr werden durchschnittlich 200 000 Besucher erwartet.
Im Bereich Verwaltung und Forschung hat das Zentrum 45-50 Mitarbeiter, 20-30 weitere Stellen sind im Bereich Aufsicht und Hilfspersonal.